Besuchsbericht Ueli Frei: Medellín, Kolumbien, 21. - 23.11.2016

29.01.2017

Lokale Kontakte:

  • Dr. Alirio Jaramillo, Unternehmer, Präsident
  • Ing. Octavio Peláez, ehem. Stipendiat, Präsident CESE, Alumni Verein
  • Ing. Juan Esteban Arroyave, ehem. Stipendiat/Programmleiter von CESE (Alumni Verein)
  • Norckzia Navarro de Ortiz, Stipendiatenbetreuerin
  • Sandra Valencia, Stipendiatenbetreuerin und Sekretariat

Besuchte Orte/Anlässe:

21.11.2016 Nachtessen und Einführungsgespräche mit Alirio und Octavio
22.06.2016 Treffen mit 10 Stipendiaten an der EAFIT (mit Alirio, Norckzia, Sandra, Octavio y Juan Esteban)
Treffen mit 12 Stipendiaten am Instituto Pedro Justo Berrío (mit Alirio, Norckzia und Sandra)
Treffen und Nachtessen mit 6 Alumni (mit Alirio, Octavio, Juan Esteban und Sandra)


Bericht:

Wiederum ein äusserst beeindruckender erster Besuch in einem weiteren FE Länderbüro (nach Perú im Juni 2016), mit ausführlichen Gesprächen sowohl mit den Verantwortlichen von FE vor Ort, wie auch mit den Stipendiaten selbst. Wie schon nach meinem Peru Besuch erwähnt, hat sich hier der Eindruck vertieft, dass es ein grosses Privileg und eine ebenso grosse Verantwortung ist, in der Stiftung FE mitwirken zu dürfen.

Ziel dieses kurzen Besuches war es, die lokale Organisation kennenzulernen, wie auch die länderspezifischen Besonderheiten zu verstehen und diese auf deren Anwendbarkeit in anderen Ländern zu prüfen.

Seit 1996 hat FE allein in Kolumbien über 210 Studierende unterstützen dürfen und damit einen entscheidenden Einfluss auf deren menschliche und berufliche Entwicklung gehabt. Keinem der Absolventen und heutigen Stipendiaten wäre es möglich gewesen, die doch recht massiven finanziellen Mittel (bis zu knapp USD 30‘000) aufzubringen, um ein erstklassiges Studium am Instituto Pedro Justo Berrío und/oder an der Universität EAFIT, zwei der renommiertesten privaten Ausbildungsstätten in Medellin, zu finanzieren.

Unter der sehr kompetenten und äusserst engagierten Leitung von Alirio Jaramillo, unterstützt von einem optimal zusammengesetzten Lokalkomitee (Spezialisten und ehem. Stipendiaten), hat sich eine Gruppe von aktuellen und ehemaligen „Beneficiarios“ gebildet, welche vom Umfeld respektvoll „los Suizos“ genannt wird.

Das Lokalkomitee hat die lokal anfallenden Aufgaben im Griff und erledigt diese mit einer bewundernswerten Einfühlsamkeit und mit grossem Engagement. Und das seit 20 Jahren!

Im Unterschied zu den anderen Ländern hat FE in Medellín mit dem Instituto Pedro Justo Berrío auch ein «Colegio» (6 – 17-jährige) im Programm. D.h. man holt hier die talentierten Jugendlichen bereits sehr früh aus deren teils prekären sozialen und finanziellen Situation ab und offeriert (bei guter schulischer Leistung!) Unterstützung bis zum Universitätsabschluss. Oftmals dient dieses Colegio als «Sprungbrett» für ein Studium an der EAFIT.

Das Instituto Pedro Justo Berrío (IPJB) stellt seinen Primar- und Sekundarschülern komplett ausgestattete Werkstätten (Mechanik, Auto, Elektronik IT, Elektrizität) zur Verfügung, um diese optimal auf ihre beruflichen Herausforderungen vorzubereiten.

Die Auswahl der Stipendiaten erfolgt an beiden Ausbildungsstätten mit kompetenter Unterstützung der Schulleitung, um nur sowohl charakterlich starke, wie auch akademisch begabte junge Leute ins FE-Programm aufzunehmen. Die fast 100%-ige Erfolgsquote der Studierenden spricht auch hier für sich selbst.

Oft unter Tränen, jedoch immer mit gebührender Würde und beeindruckendem Selbstvertauen und grosser Zuversicht erzählen „los Suizos“, was sie schon alles erreicht haben, welche Ziele sie im Leben haben und auch was wohl aus ihnen geworden wäre ohne die grosszügige Unterstützung von FE.

Die „Ehemaligen“ gehören der Alumni-Organisation CESE (Corporación Educación Suiza-EAFIT) an und unterstützen sich dort nicht nur gegenseitig, sondern finanzieren auch jedes Jahr mindestens 2 neue „Becarios“ (Stipendiaten) aus einer eigenen Spendenkasse.

In Medellín wird die Mission der Fundación Educación mit viel Herzblut und Enthusiasmus gelebt, das heisst, dass Jugendliche aus tieferen Einkommensschichten zu gut ausgebildeten Führungs- und Fachkräften ausgebildet werden.

Gerne möchte ich mit einem herzlichen Dankeschön an Alirio, Norckzia, Sandra, Octavio und Juan Esteban abschliessen. Sie alle haben viel dazu beigetragen, diesen Besuch zu einem unvergesslichen Erlebnis zu machen!